Ausgemustert
Wenn deutsche Städte ihren Fuhrpark erneuern, landen die alten Gefährte nicht auf dem Schrott. Sie werden weiterverkauft. So leistet ein Feuerwehrauto aus Lübeck einem Hermannstädter Handwerker noch gute Dienste. Von wegen ausgemustert.
Von Lena Müssigmann und Lisa Rokahr
Sehr gefragt in Hermannstadt: Marius Badiu und sein deutsches Feuerwehrauto (Foto: Lena Müssigmann)
Marius Badiu macht mit seinem Gefährt einen wichtigen Eindruck, auch ohne Tatütata: Der Handwerker aus Hermannstadt hat der Hansestadt Lübeck vor sechs Jahren ein Feuerwehrauto abgekauft. „Das Auto ist bestimmt schon 20 Jahre alt, aber es funktioniert“, sagt er. Er hat das Feuerwehrauto mitten in der Stadt geparkt und fährt die Drehleiter aus, um die Lüftungsanlage eines Restaurants zu reparieren. Weil er Arbeiten in luftiger Höhe erledigen kann, ist er in der Stadt gefragt. Sein Handy klingelt unablässig. Nichts wie los zum nächsten Einsatz. Vollgas ist der rote Blitz ja gewöhnt.
Die Telefonzellen der deutschen Post (Foto: Lisa Rokahr)
Begegnet der Deutsche in der Hermannstädter Fußgängerzone gelben Telefonzellen der Deutschen Post, so fühlt er sich fast in die neunziger Jahre zurückversetzt. Die gelben Häuschen sind in der Bundesrepublik kaum noch zu entdecken und haben inzwischen schon einen Sammlerwert wie die markanten britischen Telefonzellen. In Hermannstadt sind die Fernsprecher jedoch noch im Dienst und wecken neben Erinnerungen auch den Wunsch, mal wieder zu Hause anzurufen.
Mülltonnen aus Hannover im rumänischen Hinterland (Foto: Lisa Rokahr)
Wie zwei Mülltonnen aus Hannover den Weg ins rumänische Hinterland gefunden haben, ist fraglich. Ihren Zweck erfüllen sie – auch wenn sich die städtische Müllabfuhr Hannover nicht mehr um die Leerung kümmern wird.


