Schnaps statt Abendbrot
Dominik Drutschmann
Ob ich einen Schnaps möchte, fragt mich Rolf Roth, Bauer aus Malmkrog. Ich höre mich „ja“ sagen und eifrig mit dem Kopf nicken, obwohl ich lieber abgelehnt hätte. Vielleicht ist es Bauer Roths imposante Erscheinung, vielleicht ist es meine gute Kinderstube. So oder so habe ich einen Schnaps vor mir stehen, den ich nicht will. Feste Nahrung gab es zuletzt beim Frühstück, mittlerweile ist es dunkel geworden in Malmkrog. Kaum hatte ich den Schnaps hinuntergekippt, wurde das Glas wieder gefüllt. Auf einem Bein kann man nicht stehen – diese Trinker-Weisheit gilt wohl auch in siebenbürgischen Dörfern. Am Ende des Abends hatte ich viele Beine; Stehen fiel mir dennoch schwer.



